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Die Zeckenborreliose
eine heimtückische Krankheit durch Zecken- und Insektenstiche
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Die sogenannte Lyme Borreliose gilt als die weitaus häufigste
von Zecken übertragene Infektionskrankheit. In dem Ort Lyme
im US-Staat Connecticut wurden im Jahr 1976 gehäuft Gelenkentzündungen
bei Kindern festgestellt. Durch die Initiative einer Mutter wurden
seitdem verstärkt Anstrengungen unternommen, die Zusammenhänge
dieses Krankheitsbildes zu erforschen.
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Es handelt sich aber hierbei keineswegs um eine neue Krankheit.
Typische Hauterscheinungen und einige neurologische Symptome wurden in Europa schon zu Anfang
des 20. Jahrhunderts beschrieben.
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Erst im Jahre 1982 gelang Willi Burgdorfer der Nachweis, daß es sich bei dieser Krankheit um eine Spirochäten-Infektion
handelt. Ihm zu Ehren bekam das Bakterium den Namen Borrelia burgdorferi. In Deutschland nennen wir die Krankheit einfach
nur Borreliose.
Durch Zeckenstiche werden auch noch andere Krankheiten übertragen.
In Deutschland ist dies die FSME (Gehirnhautentzündung). Gegen
diese Viruskrankheit gibt es einen sehr guten Impfschutz. Sie kommt nur
selten und in wenigen Endemiegebieten Süddeutschlands vor. Neuerdings
wurden auch schon Co-Infektionen mit Ehrlichien, Babesien und
Bartonellen festgestellt.
Das Risiko, an einer Borreliose zu erkranken, ist weitaus höher
als bisher angenommen. Ihre Verbreitung nimmt inzwischen epidemische Ausmaße
an. Eine Infektionsgefahr besteht praktisch weltweit überall dort,
wo es Zecken gibt. In Deutschland sind bereits 20 bis 30% der Zecken mit
dem Bakterium infiziert und können somit auch Krankheitsüberträger
sein. Hier rechnet man jährlich mit insgesamt 80- 100 000 Neuinfektionen.
Der Lebensraum der Zecken
Zecken fallen keineswegs von den Bäumen. Sie lauern auf Gräsern, Sträuchern
und in der Laubstreu im Unterholz der Wälder. Neuerdings findet man
auch vermehrt Zecken in den Parks und Gärten der Großstädte.
Zecken machen im Laufe ihres Lebens drei Entwicklungsstadien durch: als
Larve, als Nymphe und als Adulte Zecke. In jedem dieser Stadien brauchen
sie eine Blutmahlzeit. Diese holen sie sich von Säugetieren, wie z.B.
Mäuse, Ratten, Füchse, Rehe und Weidevieh. Aber auch der Mensch
und seine Haustiere werden von ihnen nicht verachtet. Wir streifen die Zecken
im Vorübergehen ab und diese suchen sich dann unter der Kleidung eine
weiche Stelle in unserer Haut. Ein Zeckenstich wird meistens nicht bemerkt,
da der Speichel der Zecke betäubende Substanzen enthält. So können
sie dann ungestört mit dem Saugvorgang die Bakterien oder Viren übertragen.
So schützen Sie sich vor Zecken
Zeckenstiche kann man nicht völlig vermeiden; das Risiko kann man aber in
Grenzen halten.
- Tragen Sie lange Hosen und langärmlige Oberbekleidung.
- Ziehen Sie die Socken über die Hosen und tragen Sie geschlossene Schuhe.
- Tragen Sie helle Kleidung, man kann die winzigen Zecken dann besser erkennen.
- Streifen Sie nicht durchs Gebüsch.
- Bleiben sie auf den Wegen !
- Suchen Sie Ihren Körper nach krabbelnden oder festsitzenden Zecken ab, besonders zwischen den Beinen, in der Kniekehle,
unter den Armen, am Bauchnabel, an der Brust, am Kopf, am Hals und an den Ohren.
- Insektenschutzmittel helfen nur wenig - mindestens alle zwei Stunden erneuern !
So werden Zecken entfernt
Sollten sie eine festgesogene Zecke an Ihrem Körper entdeckt haben, so entfernen
Sie diese möglichst schnell. Je länger der Saugvorgang dauert,
desto größer ist das Infektionsrisiko.
- Verwenden Sie auf keinen Fall Öl oder Klebstoff
.
- Die Zecke bekommt Panik und erbricht ihren Darminhalt in die Wunde.
- Erhöhtes Risiko !
- Benutzen Sie eine möglichst spitze Pinzette oder hebeln Sie sie mit einer
Nadel heraus.
- Desinfizieren Sie die Stichstelle mit Jod oder Alkohol.
- Beobachten Sie die Stelle in den nächsten Wochen.
- Notieren Sie sich das Datum und suchen Sie gegebenenfalls einen Arzt auf !
Gegen die Borreliose gibt es noch keine Impfung ! ! !
Achtung ! In seltenen Fällen kann es auch nach einem Insektenstich zu einer Borrelien-Infektion kommen.
In Mücken und Bremsen wurden bereits Borrelien nachgewiesen.
Die ersten Anzeichen der Borreliose
Das sicherste Anzeichen einer Borrelien-Infektion ist das Erythema migrans, eine
sich kreisförmig ausbreitende Rötung, meist an der Einstichstelle.
Leider tritt diese nur bei etwa 60 % der Fälle auf oder wird gar nicht
bemerkt. Da Zecken auch manchmal von alleine abfallen, können sich
viele nicht an einen Zeckenstich erinnern.
Um Spätfolgen zu vermeiden, ist jetzt dringend
eine Antibiotika-Therapie anzuraten !
Die akute Phase der Infektion
Meistens treten dann nach Wochen oder Monaten grippeartige Beschwerden, wie Gliederschmerzen,
erhöhte Körpertemperatur, Nachtschweiß und starke Abgeschlagenheit
auf. Dies ist ein Hinweis darauf, daß sich der Erreger im ganzen Körper
ausgebreitet hat.
Nun muß unbedingt eine Infusionstherapie verabreicht
werden !
Die Spätborreliose
Im weiteren Verlauf breiten sich die Erreger in verschiedenen Organsystemen aus:
Sie haben eine besondere Vorliebe für die Gelenke, Muskeln und Sehnen.
Aber auch das zentrale und das periphere Nervensystem können beteiligt
sein. Es kann zu einer Hirnhaut- und Gehirnentzündung kommen, die sich
durch starke kappenförmige Kopfschmerzen, Nackensteifheit sowie Brennen
im Kopf äußert. Nervenentzündungen mit Beteiligung des Rückenmarks
und Lähmungserscheinungen sind keine Seltenheit. Unerträgliche
neuralgische Schmerzen treten vorwiegend nachts auf. Sensibilitätsstörungen
wie Brennen, Pieken und Kribbeln sind in jedem Körperteil möglich.
Verschwommenes Sehen oder Doppelbilder beeinträchtigen das Sehvermögen.
Einige leiden unter unerklärlichen Hautveränderungen.
Im Prinzip können sämtliche Organe befallen werden. Besonders häufig wird das Herz in Mitleidenschaft gezogen.
Das äußert sich dann in Herzrhythmusstörungen, Herzjagen, Blutdruckschwankungen, Herzmuskelentzündungen oder sogar
Herzblock, sodaß manchmal ein Herzschrittmacher nötig wird.
Reizbarkeit, Vergeßlichkeit, Schlaflosigkeit, unerklärliche Müdigkeit oder depressive Verstimmung lassen oft
fälschlicherweise an eine psychische Ursache denken.
Die Symptome einer Borreliose sind unglaublich vielfältig und noch dazu häufig wechselnd !
Die typische Borreliose gibt es nicht !
Behandlung der Borreliose
Die Behandlung der Spätborreliose bereitet besondere Probleme, da die Erreger
sich nicht mehr im Blutkreislauf befinden. Mit einer Therapie ist es meistens
nicht getan. Es gibt bereits mehrere Therapievorschläge, die aber immer
wieder zu sehr unterschiedlichen Erfolgen führen.
Es gibt keine universell wirksame Therapie bei der Borreliose
!
Die Diagnose
Besondere Probleme bereitet es, die Infektion nachzuweisen. Die Serologie ist
unzuverlässig und von Labor zu Labor verschieden. Negative Befunde
sind häufig. Ein Suchtest ist nicht ausreichend; unbedingt notwendig
ist ein Westernblot, da er mehr Erfolg verspricht. In vielen Fällen
bringt auch nur eine PCR oder ein LTT-Test den Nachweis des Erregers. Letztendlich
sollten die vielen Symptome ausschlaggebend für die Diagnose sein.
Es ist deshalb besonders wichtig, dem Arzt den Krankheitsverlauf exakt zu
schildern mit Hinweis auf einen Zecken- oder Insektenstich und auf ein Erythema
migrans.
Ergänzende Therapie
Zur Aufrechterhaltung der stark belasteten Darmflora wird der tägliche Verzehr
von Joghurt oder anderen Milchsäurebakterien enthaltenden Lebensmitteln
empfohlen. Bei starken Komplikationen müssen Pilzhemmende Medikamente
verabreicht werden. Vitamin C hilft, mit der Müdigkeit besser fertig
zu werden. Vitamin B Komplex verbessert die verschiedenen nervlichen Beschwerden.
Beratung
Wenn Sie weitere Fragen zur Borreliose haben oder an speziellen Informationen
interessiert sind, besuchen Sie unsere Informationsabende oder nutzen
Sie unseren Telefonservice.
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