|
|
Die Prophylaxe und Therapie von Mykosen unter Antibiotika
Fast jeder hat Candidapilze in sich. Sie befinden sich auf der Haut und im Darm. Wenn
der Körper geschwächt ist, z.B. durch eine ernste oder chronische Krankheit, großen
Stress oder besonders durch längere Antibiotikatherapie, können diese sich
explosionsartig vermehren. Wenn das nicht erkannt und nicht behandelt wird, können
andere Organe infiziert werden und sich daraus eine Systemmykose entwickeln. Ein schädlicher Pilzbefall
wird nicht nur durch Candida albicans verursacht, sondern kann
auch von einer Menge anderer Pilzgattungen ausgelöst werden, die nicht weniger
gefährlich sind. Gerade bei längeren Antibiosen ist es dringend erforderlich diese
möglichst prophylaktisch oder im akuten Stadium auch systemisch zu behandeln.
Durch entsprechende Nahrungsempfehlung - viel rohes Gemüse und frisches Obst,
sowie Vermeidung von Fleisch, Käse, Kaffee, Alkohol, Pilze und Hefen in der Nahrung
und vor allem durch die Reduzierung von Kohlehydraten und Zucker, da Pilze diese
zum Wachstum brauchen - kann einer Mykose oft wirkungsvoll vorgebeugt werden.
Zur Vorbeugung bzw. Therapie eignen sich auch z.B. folgende Medikamente:
Nystatin® ist gegen diverse Pilzorganismen wirksam, wird aber hauptsächlich gegen Candidainfektionen eingesetzt.
Empfohlen wird Nystatin zur Behandlung von Hefepilz-infektionen im Mund und im Magen-Darm-Trakt, wofür Nystatin
in Form von Suspensionen, Mundgels, Dragees oder Tabletten eingenommen wird. Bei dieser Anwendung liegt keine systemische
Behandlung vor, weil Nystatin nicht oder nur in geringsten Mengen aus dem Magen-Darm-Trakt in das Blut übergeht.
Der Wirkstoff
wird nach einer oralen Verabreichung praktisch unverändert in den Faeces
ausgeschieden. Nystatin wirkt nur auf Schleimhäute, zur Behandlung der systemischen Candidainfektion ist Nystatin
nicht geeignet.
Ampho-Moronal® wird als Suspension bzw. Lutschtabletten zur Therapie von Soorinfektionen der Mundhöhle, Zunge,
Lippen, Rachen, intestinalen Candida-
Mykosen, sowie durch Hefepilze sekundär infizierte, unspezifische Schleimhauterkrankungen mit Erfolg eingesetzt.
Nystatin oder Ampho-Moronal eignen
sich auch zur Candidose-Prophylaxe bei längerer Antibiotikatherapie.
Fluconazol: Bei Anzeichen einer Systemcandidose, z.B. zusätzlicher Befall im Genitalbereich oder anderer Organe,
sind die o.g. Medikamente für den Mund und
Magen-Darm-Trakt nicht mehr ausreichend. Hierfür eignet sich Fluconazol mit dem
eine Systemcandidose schnell und hochwirksam behandelt werden kann. Bei
Candidosen kann es sich um Systemcandidosen handeln, bei denen innere Organe
infiziert sind oder um oberflächliche Candidosen der Schleimhäute. Empfohlen wird Fluconazol zur Behandlung von
vaginalen Candidosen, die mit einer lokalen Therapie
nicht wirksam zu behandeln sind. Weitere Anwendungen sind Systemcandidosen, Candidosen oberflächlicher Schleimhäute
, wie rezidivierende, oropharyngeale u. ösophageale Candidosen, chronisch-atrophische orale Candidosen,
nicht-invasive bronchopulmonale Candidosen und Kryptokokken-Meningitis. Der Wirkstoff Fluconazol
ist z.B. in Diflucan® enthalten, das als Kapseln, Saft oder bei stärkerer Candidose
auch als Infusionslösung verabreicht wird. Intravenös verabreicht genügt normal meist
eine oder zwei Infusionen um eine Systemcandidose wirksam zu bekämpfen. Bei
massiver Candiose hat sich auch häufig eine Einmaldosis Fungata® Kapseln (1 Kps.
enth.: Fluconazol 150 mg) von der Fa. Mack, das normal für die Behandlung von
vaginalen Candidosen, die auf eine lokale Therapie nicht ansprechen, gedacht ist, sehr
gut bewährt. (auch für männliche Wesen !)
Da Pilzinfektionen eine häufige Nebenwirkung von Antibiotika sind und
allerhand unterschiedlichen Beschwerden verursachen können, die nicht
unterschätzt werden sollten, ist eine Prophylaxe bzw. wirksame Therapie
bei Infektionen dringendst anzuraten. Die Therapie sollte mit dem Arzt
abgestimmt werden, der bei Bedarf auch entsprechende Untersuchungen durch
Abstrich, Stuhlprobe ect. veranlassen kann. Die o.g. Medikamente sind
alle vom Arzt problemlos verordnungsfähig.
Dietmar Seifert - Februar 2003
Unterstützung der Darmflora
Da durch die Einnahme von Antibiotika nicht nur die schädlichen Bakterien eliminiert, sondern auch die guten,
lebenswichtigen Bakterien des Magen-Darm-Traktes stark zurückgedrängt werden, ist es wichtig, die Darmflora
wieder aufzubauen.
Es ist nicht in jedem Fall gleich angezeigt, vorbeugend Medikamente einzunehmen. In vielen Fällen genügt die
Reduzierung von Zucker und anderen Süßigkeiten. Sehr nützlich kann der Verzehr von Sauermilch, wie z. B.
Kefir o. Ä., sowie von probiotischem Joghurt sein.
Als hilfreich hat sich ebenso die tägliche Verwendung von Milchzucker
erwiesen. Dieser wird im Darm in Milchsäure umgewandelt; so wird
die Bildung unerwünschter Fäulniserreger verhindert und die
Tätigkeit der nützlichen Mikroorganismen gefördert. Bei
Lactose-Intoleranz nicht verwenden !
Sollte es dennoch zu Durchfällen kommen, sollten Perenterol forte oder Hamadin (Sacharomyces boulardii)
und Omniflora (Lactobacillus gasseri) abwechselnd eingenommen werden.
Im Reformhaus gibt es noch als Pulver Lactobacillus acidophilus mit Bifidobacterium.
Hanna Priedemuth - März 2003
|