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Oft unheilbare - durch Neuroleptika bedingte Dauerschäden ...
"Wie die meisten Botenstoffe ist auch Dopamin ein einfaches, relativ
kleines Molekül, das dennoch faszinierende Wirkungen zeigt. Bei der
Gestaltung der unterschiedlichsten menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten
ist Dopamin ein führender Botenstoff: er bestimmt unseren Gesichtsausdruck,
unsere Gangart, ermöglicht neue gedankliche Zusammenhänge und
ausgefallene kreative Ideen, bringt Aufwind für die Psyche, stärkt
aber auch die körpereigene Immunabwehr.
Die dopaminergen Nervenbahnen und Synapsen sind das bestuntersuchte Transmittersystem im Gehirn. Richtig aufmerksam
wurde man auf die körpereigene Zauberdroge Dopamin erst durch ein sehr tragisches Geschehen, das Millionen Menschen
betraf und immer noch betrifft. Seit den fünfziger Jahren werden massenweise Neuroleptika verordnet, das heißt
Psychopharmaka, die spezifisch den Botenstoff Dopamin bzw. die entsprechenden Rezeptoren blockieren und dadurch
geistigseelisch dämpfend und einengend wirken. Bei Langzeitbehandlung mit Neuroleptika wird das normalerweise
fein abgestimmte Zusammenspiel zwischen dem Botenstoff Dopamin und den Dopamin-Rezeptoren so nachhaltig gestört,
daß schließlich irreversible, also dauerhafte Hirnschäden entstehen. Menschen, bei denen wegen der
kontinuierlichen Einnahme von Neuroleptika das Dopamin, der wohl wichtigste Neurotransmitter im menschlichen
Gehirn, behindert oder blockiert ist, leiden unter:
- psychisch-geistiger Abstumpfung und Einengung, die akut auftreten oder sehr langsam erfolgen kann. Wegen der
entstehenden Gefühlsleere spricht man auch vom »Roboter-Syndrom«
- Depressionen, oft auch mit Selbstmordgefahr
- unbestimmten Angstzuständen
- neurologischen Erkrankungen, z.B. »Parkinson-Syndrom« (Einschränkung der Spontanbeweglichkeit, Zittern,
kleinschrittiger Gang), sowie unter bedrohlichen Muskelverkrampfungen und Akathisie, der Unmöglichkeit,
ruhig zu sitzen
- Spät-Dyskinesien, das heißt stark entstellenden, oft unheilbaren Bewegungsstörungen
- vegetativen Veränderungen, z. B. Herz-Kreislauf-Störungen
- hormoneilen Störungen, Dämpfung der sexuellen Lust, Potenzstörungen, Gewichtszunahme
Verringerung der weißen Blutkörperchen.
Die durch Neuroleptika bedingte Blockierung von Dopamin weist auf den zentralen Einfluß dieses Botenstoffs
auf verschiedene seelisch-körperliche Funktionen hin. Mit zu wenig Dopamin im Körper wird das Leben zur Qual,
wie der angesehene schwedische Wissenschaftler und Arzt Lars Martensson beschreibt:
»Wenn die Dopamin-Rezeptoren durch die Medikamente blockiert werden, ergibt sich als Resultat, daß die
Nervenimpuls-Übertragung... lahmgelegt ist... Es sind Neuroleptika-Auswirkungen, die Neuroleptika-behandelte
Menschen ausdrücken wollen, wenn sie sagen: >Ich bin ein lebender Toter... Ich kann kein Buch lesen, nicht
einmal fernsehen, ich hab' kein Gedächtnis.
... Sie sind herzzerbrechend, diese Klagen von Neuroleptika-Opfern.«
Wie 1985 auf dem Welt-Psychiatrie-Kongreß in Brighton bekanntgegeben wurde, haben bereits 25 Millionen Menschen
weltweit verheerende, oft unheilbare durch Neuroleptika bedingte Dauerschäden. Nach der Contergan-Katastrophe
ist das der größte Arzneimittelskandal dieses Jahrhunderts.
Die höchsten Dosierungen von diesen Dopamin-Killern werden in der Psychiatrie verabreicht; doch auch bei
Alltagsbeschwerden wie Magenschmerzen, Migräne oder Schlafstörungen wird leichtfertig zu Neuroleptika gegriffen.
Man schätzt, daß allein im deutschsprachigen Raum täglich mehr als eine Million Menschen solche
Dopamin-blockierenden Pillen schlucken, wobei weder die Patienten noch die verordnenden Ärzte genügend über die
Risiken informiert sind.
Aus mangelnder Kenntnis nehmen einige monate- oder sogar jahrelang regelmäßig Neuroleptika oder Neuroleptika-ähnliche
Medikamente und zerstören auf diese Weise allmählich ihr Dopamin-Rezeptoren-System im Gehirn. Die dabei entstehende
Persönlichkeitsabflachung und die fortschreitende Störung der Feinmotorik können so langsam und schleichend erfolgen,
daß dies sowohl dem Betroffenen als auch seiner nächsten Umgebung entgehen kann. Zunehmende Vergeßlichkeit,
Teilnahmslosigkeit oder andere Hirnleistungsstörungen werden dann oft als klimakterisches Problem, als
Midlife-crisis oder als »früher Alzheimer« fehlinterpretiert, anstatt die Dauermedikation mit dubiosen
Magen- oder Schlafmitteln o. ä. kritisch zu hinterfragen. Sogar ein deutsches Oberlandesgericht hat
festgestellt, daß die neuroleptischen Dopamin-Blocker eine »persönlichkeitszerstörende Wirkung « haben
(OLG Hamm, 3 U 50/81).
Auf diese Dopamin-Blocker könnte - auch im psychiatrischen Bereich - sofort verzichtet werden; es gibt zahlreiche
durch Studien belegte medikamentöse und nicht-medikamentöse Alternativen. Doch dieser Prozeß des Umdenkens
vollzieht sich in der Schulmedizin und der Psychiatrie nur sehr langsam, obwohl seit einigen Jahren die
Kritik an dieser Medikamentengruppe erheblich zunimmt."
Auszug aus dem Buch:
"Körpereigene Drogen - Die ungenutzten Fähigkeiten unseres Gehirns"
von Josef Zehentbauer (Seite 130-132)
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