|
|
Was ist eine Herxheimer-Reaktion?
Eine Herxheimer tritt in vielen Fällen auf, ist aber nicht zwingend.
Überblick:
Die Herxheimer-Reaktion, Kurzname "Herx ", ansonsten auch als Jarisch-Herxheimer
bezeichnet, ist ursprünglich ein Phänomen, das bei der Behandlung
von Syphilis beobachtet wurde, aber später auch bei anderen Krankheiten.
Als allgemeiner Begriff wird diese als eine vorläufige Zunahme von
Symptomen beschrieben, wenn antisyphilitische Medikamente (Antibiotika)
verabreicht werden.
Was über die Borreliose-Herxheimer bekannt ist oder spekuliert wird, wird wegen der Tatsache, daß beide Krankheiten
von derselben Bakterienart (Spirochäten) - dem Syphiliserreger Treponema pallidum und dem Borrelioseerreger
Borrelia burgdorferi - verursacht werden, stark auf die Reaktionen, die bei Syphilis bekannt sind, bezogen.
Die Herxheimer-Reaktionen bei Borreliose sind aber zu jenen, die bei der Syphilis beobachtet werden, unterschiedlich,
besonders hinsichtlich Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer, wie unten erwähnt.
Es wird angenommen, daß die Ursache der Herxheimer bei Borreliose durch Endotoxin-Freisetzung ausgelöst wird.
Das sind Toxine innerhalb der Spirochäte, die freigesetzt werden, wenn die Borrelien abgetötet oder aufgebrochen
werden. Dies könnte eine direkte Folge des Toxins oder die Immunantwort des Körpers darauf sein.
Symptome:
Wie erwähnt, ist die allgemeine Beschreibung eine vorläufige Zunahme
von Symptomen, schließt aber auch die Entstehung von neuen Symptomen
mit ein. Speziell geht es normalerweise um folgende Symptome: verstärkte
Gelenk- oder Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber
(normalerweise leicht erhöht), niedriger Blutdruck, Uticaria (Nesselsucht)
und Hautausschläge. Es wurde auch eine Reihe anderer Symptome beschrieben.
Zu bemerken ist, daß Nesselsucht und Ausschläge manchmal mit
einer allergischen Reaktion verwechselt werden. Es ist Aufgabe des Arztes,
dies zu erkennen. Aber mit genauer Beobachtung und richtiger Behandlung
(siehe Therapie) kann ein vielleicht unnötiger Abbruch der Therapie
verhindert werden. In starken Fällen von Herxheimer wird eine Erniedrigung
der Dosierung oder eine vorübergehende Einstellung der Behandlung empfohlen.
Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer:
Das ist individuell verschieden; die Herxheimer kann innerhalb Tagen bis zu Wochen
nach dem Beginn antibiotischer Therapie vorkommen. Bei einigen Patienten
kommt sie einmal oder zweimal vor (falls überhaupt) und bei anderen
besteht sie während der ganzen Therapie, nimmt aber normalerweise an
Stärke ab.
Sie kann, wie öfters beschrieben wird, in Zyklen vorkommen (Beispiel: alle 4 Wochen) und Tage bis zu Wochen andauern.
Es kann sehr nützlich sein, jede Verschlechterung zu dokumentieren. Manche Ärzte benutzen das als Richtlinie für die
Therapie. Weiter kann es helfen, die Herxheimer von den normalen Symptomen oder dem Krankheitsverlauf der Borreliose
zu unterscheiden.
Behandlung:
Die Herxheimer-Reaktion kann für Patienten sehr problematisch sein und sich
auf die Einhaltung der Therapie auswirken. Deshalb sollten unterstützende
Maßnahmen gesucht und angewendet werden, um nötigenfalls die
Beschwerden zu lindern. Die Verwendung von Aspirin, NSAIDs (nicht-steroidale
entzündungshemmende Medikamente), Schmerzmedikamente, Muskelrelaxans,
heiße Bäder oder andere geeignete Mittel. Anmerkung: einige haben
Benadryl als hilfreich gefunden, selbst bei nicht vorhandenen Ausschlägen
oder Nesselsucht.
Das Gute daran ist die Überlegung, daß die Herxheimer anzeigt, daß die Antibiotika tatsächlich wirksam sind und daß
jeder Verschlechterung eine um so größere Verbesserung folgen kann. Auch ein Ausbleiben der Herxheimer-Reaktion sollte
kein Anlaß zur Besorgnis geben, wenn sich die Symptome verbessern.
Andere Überlegungen:
Es wird oft übersehen, aber eine Candida (Hefepilz) Infektion kann ähnliche
Symptome hervorrufen. Eine Behandlung mit Acidophilus ist wichtig und, falls
erforderlich, können rezeptpflichtige Medikamente wie Nystatin oder
Diflucan verordnet werden.
Von Donna Herrel, USA - deutsche Übersetzung Carola Cornetto - Oktober 2004
|