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Die unerkannte Gefahr: Wann werden in Deutschland die Ärzte endlich
wach?
BORRELIOSE: ein Fall für die Psychiatrie?
Die Borreliose ist eine hauptsächlich von Zecken (selten auch Mücken und Bremsen) übertragene heimtückische
bakterielle Infektionskrankheit. Bei der Gartenarbeit und dem Umherstreifen durch Wald und Flur kann man
in Kontakt mit Zecken gelangen, die mit Borrelien infiziert sind. Sie sind verantwortlich für die Borreliose-Erkrankung
von jährlich ca. 80-100 000 Menschen in Deutschland. Die Erkrankung läuft in drei Stadien ab.
- Die Borreliose kann im ersten Stadium gut mit Antibiotika geheilt werden, aber das setzt eine rechtzeitige Erkennung
und eine ausreichend hohe Medikation voraus. Im Stadium zwei und drei bestehen nur noch geringe Heilungschancen,
da dieses schraubenförmige Bakterium (Spirochäte) in der Lage ist, sich fast an jeder Stelle und in jedem Organ
des Körpers einzunisten und somit durch Antibiotika nicht mehr erreichbar ist. Denn das ist es nur, solange es
sich in der Blutbahn befindet. Deshalb ist es wichtig, eine sofortige Behandlung zu erhalten!
- In den späteren Stadien kommen u.a. vor: kappenförmige Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Nervenentzündungen,
Lähmungserscheinungen, neuralgische Schmerzen, trockener Husten, Müdigkeit, Herzrhythmus-, Gleichgewichts-,
Schlaf-, Sensibilitätsstörungen, Vergesslichkeit, Depressionen, Gehirn-, Gelenk- und Muskelentzündungen.
- Borreliose wird anfangs öfter mit Grippe, später mit Rheuma, Fibromyalgie und Multipler Sklerose verwechselt.
Deshalb ist es möglich, dass Patienten jahrelang erfolglos gegen rheumatische oder neurologische Erkrankungen
behandelt werden und dann oft in die Schublade der Simulanten und in Folge in die Psychiatrie gelangen.
Auf Grund der großen Symptomvielfalt und der schwierigen und unzuverlässigen Labordiagnostik steht vielen
Betroffenen ein langer Leidensweg bevor. Ärzte verschiedenster Fachrichtungen müssen aufgesucht werden:
Fehldiagnosen sind an der Tagesordnung, da noch immer wenig Ärzte mit dem Krankheitsbild der Borreliose
vertraut sind und eine umfassende gesetzliche Weiterbildungspflicht der Ärzte noch nicht durchgesetzt ist.
Wird die Borreliose nicht rechtzeitig erkannt und ausreichend mit Antibiotika behandelt, hat sie für
Betroffene schreckliche Folgen:
- Das Arbeitsleben oder die schulische Ausbildung können, wenn überhaupt, nur mit größter Anstrengung bewältigt
werden. Selbst bei den alltäglichen Dingen wie der eigenen Haushaltsführung und Körperpflege gibt es unüberwindliche
Schwierigkeiten. Dies treibt die Betroffenen in die Isolation und mindert ihre Lebensqualität und die ihrer
Angehörigen erheblich. Viele Borreliose-Patienten werden berufsunfähig und pflegebedürftig. Selbst junge
Menschen werden aus diesem Leiden heraus erwerbsunfähig und zum Sozialfall.
- Nicht zuletzt wegen dieser schwerwiegenden Folgen danken wir den wenigen Ärzten in Berlin-Brandenburg, die
keine Schwierigkeiten scheuen, Borreliose-Kranken zu helfen.
Viele Erkrankte suchen Kontakt zu uns, dem
Borreliose Selbsthilfe e.V. Berlin-Brandenburg.
Unser Anliegen ist es:
- die Bevölkerung über die Gefährlichkeit von Zecken übertragbaren Krankheiten aufzuklären
- für die Anerkennung als chronische Krankheit bei Ärzten und Behörden zu kämpfen
- Fachinformationen zu verbreiten
- Betroffene und ihre Angehörigen und Freunde zu beraten
Eckehard Küther - Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit - Juli 2004
Kontakte: www.borreliose-berlin.de
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